Tauchen in Höhe
... über 750 Metern
... erfordert spezielle Tabellen und Computermodelle, denn mit dem Aufstieg auf einen Berg sinkt der Umgebungsdruck und damit nach dem Gesetz von Henry auch die lösliche Stickstoffmenge in allen Geweben. Wie nach einem Tauchgang kommt es zu einer Übersättigung mit Stickstoff in allen Geweben des Körpers - allerdings mit dem Unterschied, dass in diesem Fall nicht nur Gewebe mit kurzem und mittleren Halbwertszeiten übersättigt sind, sondern auch Gewebe mit langen Halbwertszeiten.
Wird zum Beispiel ein Höhenunterschied von 2000 Metern überwunden, so sinkt der Umgebungsdruck um ca. 0,2 bar. Der im Anschluß an diese Fahrt zuviel gelöste Stickstoff würde sehr langsam aus den Geweben an das Blut abgegeben und von dort aus zur Lunge transportiert und abgeatmet werden. Dabei würden zuerst die Gewebe mit kurzen Halbwertszeiten entsättigt werden und dann die Gewebe mit langen Halbwertszeiten.
Dieser Zustand entspricht also dem eines Wiederholungstauchgangs, obwohl der Taucher noch gar nicht im Wasser war.
Betrachtet man Bergseetabellen, so fällt auf, dass vor allem bei Flachwassertauchgängen bis 15 Metern die Nullzeit erheblich von der Austauchtabelle auf Meereshöhe differiert. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass die durch den Aufstieg entstandene Übersättigung im Körper mit einberechnet wird. Dabei sind gerade lange Flachwassertauchgänge gefährlich, da hierbei die langsamen Gewebe weiter aufgesättigt werden. Die kurzen Gewebe werden zwar ebenfalls aufgesättigt, jedoch besitzen diese zum einen eine höhere Übersättigungstoleranz, zum anderen entsättigen sie sich aber auch viel schneller.