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© Christian Schoettler - Dominikanische Republik

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MS Thistlegorm

Im Jahr 1956 entdeckte Kapitän Jacques Cousteau mit seiner „Calypso" auf der äußersten Seite des immensen, Sha`ab Ali genannten und auf der Höhe der Westküste Sinai gelegenen Riffs, das "Wrack der Thistlegorm". Es handelte sich dabei um ein englisches Transportschiff, welches zu Beginn des Zweiten Weltkrieges von einem deutschen, von Kreta kommenden, Bombengeschwader versenkt wurde, während es vor Anker lag.
Die von Cape Town kommende Thistlegorm war mit für die in Nordafrika stationierten Truppen bestimmten Material beladen und wurde von zwei Bomben getroffen, woraufhin sie in aufrechter Position 30 Meter tief auf den ebenen, sandigen Grund sank. Cousteau fand ein Schiff vor, welches trotz der Bombardierung praktisch genau wie seine Ladung vollkommen intakt war. Er dokumentierte seine Entdeckung in einigen Szenen eines seiner erinnerungswürdigen Langfilme, wodurch eine breite Öffentlichkeit dieses außergewöhnliche Wrack kennenlernte, welches als das schönste und interessanteste des Roten Meeres gilt und eines der beliebtesten Ziele von Tauchern aus aller Welt darstellt. 
Quelle:
Quelle: "Sharm el-Sheikh Diving Guide"
Doch nun Schluß mit der Historie - hier kommt unser Tauchbericht:

Wir haben die Thistlegorm am letzten Tauchtag unseres Urlaubs in Sharm el Sheikh am 02. November 2001 besucht. Schon auf der ca. 5 Stunden dauernden Fahrt wurden wir kurz von einer Schule von Delfinen begleitet. Am Tauchplatz selbst angekommen mussten wir feststellen, daß die anderen 20 Boote wohl noch eher als wir abgelegt hatten, denn wir mussten lange rangieren, um uns dann in dritter Reihe anstellen zu können. Was nun folgte, war eine absolute Höchstleistung von unseren Guides Martin und Carmen, die unsere schweizerischen Tauchfreunde begleitete. In voller Ausrüstung sprangen sie mit der Leine am Bug unseres Bootes ins Wasser, um dann gegen eine Wahnsinnsströmung anzukämpfen. Nach zwei Versuchen kam ihnen dann unser Kapitän zu Hilfe und mit vereinten Kräften wurde das Boot dann am Wrack vertäut. Beim Abstieg wurden wir auf 5 – 8 Meter von einer starken Strömung empfangen, die aber nachließ, je näher wir der Thistlegorm kamen. Am Wrack selbst war es dann ruhig und wir konnten einen ersten Erkundungstauchgang starten. Staunend versuchten wir, möglichst viel der beim Briefing erwähnten Aufbauten wiederzuerkennen. Das war ganz leicht, die Sicht war toll und wir genossen unseren Tauchgang sehr. Mir haben es besonders die roten Seeanemonen angetan und die riesigen Barakuda-Schwärme, die längsseits fast unbeweglich in der Strömung auf Beute warteten. Aber nach ca. 40 Minuten mussten wir schon wieder nach oben. Die Aussicht auf den zweiten Tauchgang hat uns aber getröstet. Nachdem wir das Mittagessen auf unserem bereits stark schwankenden Boot eingenommen hatten, stiegen wir zum zweiten Mal an diesem Tag zur Thistlegorm hinab, um uns noch den Rest dieses faszinierenden Schiffes anzusehen. Bereits beim Abstieg merkten wir jedoch, daß die Strömung ungewöhnlich stark war und wir nur mit einiger Mühe an der Ankerleine hinabkamen. Jetzt war auch die Strömung am Wrack selbst so stark, daß wir oftmals hinter den Aufbauten Schutz suchen mussten. Leider konnten wir deshalb nur bis zu den Frachtraumeingängen am Bug tauchen, der Rückweg über die Schiffoberseite wurde der Bezeichnung „wie ein Kamel durchs Nadelöhr“ absolut gerecht, denn die Strömung schob uns vor sich her, so daß wir aufpassen mussten, um nicht an irgendwelchen Stahlträgern hängenzubleiben. So schwebten wir dann beim Sicherheitsstop in der Horizontalen und klammerten uns mit beiden Händen an der Leine fest, um nicht aufs offene Meer hinausgetrieben zu werden. Nachdem dann auch noch eines unserer beiden Ankerseile gerissen war (zum Glück waren wir fast alle wieder an Bord) traten wir erschöpft aber voller einmaliger Eindrücke die lange Rückfahrt an. Im Nachhinein war dies unser extremster, aber auch fantastischster Tauchgang in unserer fast 2-jährigen Taucherzeit.