Herzlich Willkommen auf unserer Webseite
Logo von jptauchen.de

Über neue Beiträge...

werden wir auch künftig auf der Startseite informieren! Es lohnt sich also, ab und zu mal reinzusehen!
© Christian Schoettler - Dominikanische Republik

Besucher:

Besucher gesamt: 118.733
Besucher heute: 12
Besucher gestern: 28
Max. Besucher pro Tag: 96
gerade online: 0
max. online: 48


Bot-Trap-Logo


Skorpionfisch

Rotfeuer-, Stein-, Skorpionfisch, Drachenkopf, Kegelschnecke
So verschieden diese Tiere auch sind, eines haben sie gemeinsam: Giftführende Stacheln, die auf den Kiemendeckeln, in Rücken-, Bauch- oder Afterflossen sitzen bzw. ein giftiges Stilett im Fuß der Kegelschnecke! Verletzungen durch diese Gifttiere treten kaum "zufällig" auf. Da muss schon jemand sehr "geschickt" im Riff hängen oder sich in einem unbedachten Moment irgendwo festhalten, ohne zu schauen, wohin er greift, und leider hockt dort gerade ein giftiger Zeitgenosse... 
An einer ärztlichen Behandlung kommt hier niemand vorbei. Die Nervengifte dieser Tiere können tödlich sein! Besonders Stiche durch den Steinfisch und die Kegelschnecke sind äußerst gefährlich. Auch wenn die Begegnung nicht tödlich verläuft - Nervenschäden sind gewiss, und manch einer hat Symptome einer Querschnittlähmung oder eines Schlaganfalles behalten, trotz ärztlicher Behandlung!
Erste Hilfe: Am besten geeignet ist trockene Hitze, wie z. B. durch trocken erhitzte (Feuer, Heizung, Herd) Kompressen oder durch einen Fön. Feuchte Hitze (heißes Wasser) geht auch, jedoch kann der Mensch so nur etwa 40-45 Grad aushalten. Trockene Hitze ist deshalb wesentlich besser geeignet. So können leicht 75 Grad ertragen werden! Wichtig für den Erfolg der Hitzebehandlung ist die sofortige Anwendung, bevor die Giftstoffe durch den Kreislauf verteilt werden.
Durch die Hitze (über 50 Grad) wird das Gift, das aus Eiweißstoffen besteht, zerstört. Bei einigen Fischen, wie dem Rotfeuerfisch, lindert die Hitze zusätzlich die Schmerzen. Betroffenes Körperteil niedriger als das Herz lagern, um die Verteilung im Körper zu verlangsamen. Abbinden sollte nur, wer Ahnung davon hat, um nicht Nerven oder Gewebe zu schädigen oder durch den erhöhten Druck die Giftverteilung gar noch zu beschleunigen. Ein Aussaugen der Wunde sollte unterbleiben, da sich bedingt durch Unterdruck und mögliche kleine Verletzungen der Mundschleimhaut der Helfer sonst selbst gefährdet. Auch die Wunde aufschneiden und ausbluten lassen sollte nur, wer entsprechend medizinisch ausgebildet ist.
Großzügiges Auswaschen der Wunde und Verabreichung eines Schmerzmittels zählt zu den ersten Maßnahmen. Dem Verunfallten viel zu trinken geben, um a) die Nierentätigkeit in Gang zu halten und b) die Ausscheidung des Giftes über die Harnwege zu beschleunigen.
Kreislaufkollaps/Schock in typischer Weise behandeln (Seiten- oder Kopftieflage), dabei immer darauf achten, dass die Einstichstelle unterhalb des Herzens liegt. Nötigenfalls HLW. Im Idealfall ist nichtärztliches, medizinisches Personal zur Stelle. Für diese gilt:
Nach Möglichkeit intravenösen Zugang legen/Infusion, den betroffenen Körperteil abbinden und tieflagern, die Wunde auswaschen und desinfizieren, hochdosiert Cortison (250-500 mg) und Antihistaminika (H1- und H2-Blocker) i. v. geben (falls vorhanden). HLW, falls nötig Hitzebehandlung der Verletzung, Schmerzmittel oral verabreichen, Kreislaufstabilisierende Maßnahmen ergreifen. Ein Gegengift gibt es nur für den Steinfisch. Da dieses jedoch nur in Australien hergestellt wird und eine extrem kurze Haltbarkeitsdauer hat, ist eine Behandlung außerhalb Australiens sehr kompliziert.
Auf jeden Fall gilt, dass die Rettungskette sofort aktiviert werden sollte. Die beschriebenen Sofortmaßnahmen dienen nur der Ersten Hilfe. Ärztliche Behandlung ist in jedem Fall ein Muss. 

Buchtip zum Thema

© by BLV
© by BLV
von Dieter Eichler
Taschenbuch, 175 Seiten
BLV Verlagsgesellschaft,
1 Auflage (09/2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3405153352

Kurzbeschreibung:
"Giftige und gefährliche Meerestiere bestimmen, ihr Verhalten kennen und angemessen reagieren: Merkmale und Biologie der Arten, Verbreitung, Gefahren, richtiges Verhalten, erste Hilfe."